Aktuelles zur Reka Interview Auszeichnung Milestone
Weiteres Wachstum bei Reka!
Die Reka, respektive deren Direktor Werner Bernet wurde mit der höchsten Auszeichnung im Tourismus, dem „Milestone“, für sein Lebenswerk geehrt. Verdient – denn die Schweizer Reisekasse mit Sitz in Bern ist eine Erfolgsgeschichte im Schweizer Tourismus.
Der 55-jährige „Wahlberner“ Werner Bernet, seit 1984 bei der Reka und seit 1998 Direktor, erhält den „Milestone“ für sein Lebenswerk: für den Auf- und Ausbau der Reka zu einem der grössten Ferienwohnungsanbieter der Schweiz und für die Entwicklung des Reka-Check-Umsatzes auf über eine halbe Milliarde Franken.
Werner Bernet gibt den Verdienst aber gleich weiter. An seine 125 Mitarbeitenden. „Der Preis ehrt mich, doch für die Entwicklung der Reka, für ihren anhaltenden Erfolg und ihren steten sozialen Einsatz ist das ganze Team verantwortlich.“
Reka aktuell: Trifft die Aussage „Wenn die Wirtschaft lahmt, läufts bei Reka gut“ noch zu?
Werner Bernet: Diese Aussage stimmt nach wie vor, auch im letzten Jahr. Obwohl viele Reka-Check-Firmen in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze abgebaut haben, hat der Verkaufsumsatz von Reka-Checks und Reka Rail um 4 % auf 526.9 Mio. Franken zugenommen. Das zeigt, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und bei Konsumflaute mehr Reka-Checks bezogen werden.
Aber bei den Reka-Ferien scheint die These nicht mehr zuzutreffen.
Da bin ich tatsächlich etwas vorsichtiger geworden. Bislang habe ich gesagt, dass man sich Reka-Ferien eigentlich immer leisten kann. Aber heute werden die Budgets der Familien im mittleren Segment schon sehr stark strapaziert. Dabei stellen wir fest, dass die Familien weniger und kürzere Ferien buchen. Das sehen wir auch bei unseren Gratis-Ferien-Aktionen: Im vergangenen Jahr haben nicht 900, sondern 1050 Familien von Gratis-Ferien profitiert. Wir hatten eine viel grössere Nachfrage und auch deutlich mehr Leute, welche die Kriterien erfüllten.
Was planen Sie, um die Nachfrage der Familien anzukurbeln?
Wir sammeln seit zwei Jahren im Ausland Erfahrungen mit der Vermietung von so genanntem „Luxus-Camping“. Das sind fest installierte Wohnwagen oder Zelte auf Campingplätzen. Wir haben gesehen, dass man da in der Hochsaison zu einem Preis unter 1000 Franken eine Woche am Meer für eine Familie mit vier Personen buchen kann. Die Nachfrage nach dieser Art von Ferien ist entsprechend gross. Deshalb werden wir in diesem Jahr exklusiv das ganze Angebot des Anbieters Selectcamp mit 40 Destinationen im Mittelmeerraum vermarkten. Wir hoffen, dass wir damit den beschränkten Ferienbudgets gerecht werden können.
Das Hauptgeschäft sind aber die Reka-Checks.
Ja. Über zwei Millionen Schweizerinnen und Schweizer nutzen den Reka-Check als Zahlungsmittel. Gesamthaft konnten wir für 501.5 Mio. Franken Reka-Checks verkaufen, wobei rund 70 % als Lohnnebenleistung über Schweizer Firmen mit Rabatten bis zu 20 % verkauft werden. Interessant ist der Verkauf über den Coop-Kanal. Dass man mit „nur“ 3 % Rabatt auf diese Weise rund 138 Mio. Franken umsetzen kann, zeigt die Beliebtheit des Reka-Geldes. Laut Marktforschung sind es vor allem Frauen, die bei Coop Reka-Checks kaufen. Frauen können eben gut rechnen!
Und was kann man kaufen?
Vieles. 6700 Verkaufspunkte im Ferien- und Freizeitbereich nehmen gerne Reka-Checks an: Zum Beispiel Bahnbillette, Reiseangebote, Mietwagen, Essen und Übernachtungen in 2500 Restaurants und Hotel, Fahrkarten und Abonnemente für Bergbahnen, Skilifte um nur einige wenige Möglichkeiten zu nennen.
Der Reka-Check kommt nach wie vor in Papierform daher. Ist das nicht etwas altmodisch?
Die positive Entwicklung des Reka-Checks zeigt, dass das Reka-Geld in Papierform beim Kunden gut ankommt. Und letztendlich entscheidet ja der Kunde, ob ein Produkt noch „in“ ist. Trotzdem entwickeln wir ein elektronisches Reka-Geld - die Reka-Card.
Wann wird diese eingeführt?
Die offizielle Einführung erfolgt im Dezember 2006. Aber wir werden weiterhin die Reka-Checks in physischer Form haben sowie neu die Reka-Card in elektronischer Form.
Wie funktioniert diese Karte?
Diese Karte kann wie eine Post-Card oder Maestro-Card an den bestehenden Terminals der Reka-Partner eingesetzt werden. Jeder Kunde erhält ein Pincode. Mit der Reka-Card kann das Handling bei uns, bei den Abgabestellen und vor allem bei den Annahmestellen vereinfacht werden. Auch die Problematik des Herausgeldes ist damit gelöst.
Wieviel investieren Sie dafür?
3.5 Mio. Franken. Wir arbeiten bei diesem Projekt mit PostFinance zusammen.
A propos Reka-Check, welche Bedeutung hat er für das Ferienwohnungs-Angebot?
Der Reka-Check ist ein Motor für den Reka-Ferien-Umsatz, werden doch fast 50 % der Buchungen mit Reka-Checks bezahlt. Ohne Reka-Check könnte die Reka keine eigenen Reka-Feriendörfer bauen. Mit dem Ertrag aus dem Reka-Check-Kreislauf finanzieren wir nicht nur die Gratisferien-Aktionen, sondern wir subventionieren den Bau von Feriendörfern. So werden z.B. für das neue Reka-Feriendorf in Disentis 10 Mio. Franken à fonds perdu Beiträge investiert. Dadurch wird eine familienfreundliche Preisgestaltung ermöglicht.
Wie ist dies denn letztendlich überhaupt möglich?
Wir sind als Genossenschaft eine Nonprofit-Organisation. Unsere Genossenschafter verzichten auf eine Gewinnausschüttung und auf eine Verzinsung des Genossenschaftskapitals. Als Nonprofit-Organisation sind wir keinem Shareholder-Value verpflichtet, sondern können unsere Gewinne für die Reka-Ferienhilfe und für die Subventionierung der Reka-Feriendörfer einsetzen.
Was erwarten Sie in diesem Jahr?
Wir rechnen sowohl im Bereich Reka-Check als auch bei den Reka-Ferien wieder mit einem Plus von jeweils 2-3 %. U.a. haben über 150 Firmen entschieden, neu ihren Mitarbeitenden Reka-Checks als Lohnnebenleistung abzugeben.
Reka-Zahlen 2004
Reka-Check-Verkauf 501.5 Mio. Fr. (+ 2 %)
Reka Rail-Verkauf 25.4 Mio. Fr. (+ 86 %)
Total Verkauf 526.9 Mio. Fr. (+ 4 %)
Reka-Check-Einlösung 490.4 Mio. Fr. (+ 3 %)
Reka Rail-Einlösung 22.2 Mio. Fr. (+ 64 %)
Total Einlösung 512.6 Mio. Fr. (+ 4.7 %)
Reka-Logiernächte Schweiz 950'000 (- 1.6 %)
Ausland 355'000 (- 4.4 %)
Total Reka-Logiernächte 1'305'000 (- 2.4 %)
Reka-Ferienhilfe (Gratisferien) 1050 Familien (+ 12 %)